Wie kündige ich den Mietvertrag?

Die Kündigung eines Mietverhältnisses über Wohnraum ist in den §§568-574c BGB geregelt.

I. Form der ordentlichen Kündigung

Gemäß § 568 BGB muss die Kündigung von beiden Seiten immer schriftlich erklärt werden. Der Gesetzgeber hat diese Form vorgeschrieben, um Rechtssicherheit zu schaffen. Allerdings muss man im Streitfall den Zugang der Kündigung auch beweisen können. Hierzu empfiehlt es sich, sich bei der Übergabe der Kündigung eine schriftliche Empfangsbestätigung geben zu lassen oder die Kündigung per Einschreiben mit Rückschein zuzustellen. Damit kann man im Streitfalle den Zugang der Kündigung nachweisen.

II. Frist der ordentlichen Kündigung bei Mietverhältnissen auf unbestimmte Dauer

Gemäß §573c I S. 1 BGB kann der Mieter einen auf unbestimmte Zeit abgeschlossenen Mietvertrag stets am dritten Werktag eines Kalendermonats zum Ablauf des übernächsten Monats kündigen. Für den Vermieter verlängert dich diese Kündigungsfrist nach fünf und acht Jahren seit dem Zeitpunkt der Überlassung des Wohnraums jeweils um weitere drei Monate.

III. Kündigung bei Zeitmietverträgen

Bei Zeitmietverträgen ist eine Kündigung des Mietvertrages nach dem Gesetz nur in Form einer fristlosen Kündigung aus wichtigem Grund möglich. Dies gilt für beide Vertragsparteien. In diesem Fall sollte man dem Vermieter also am besten gleich einen entsprechenden Nachmieter präsentieren. Dann hat man am ehesten die Chance, vorzeitig aus dem Mietvertrag herauszukommen.

IV. Kündigungsgründe

Der Mieter benötigt für die ordentliche Kündigung seines Mietvertrages überhaupt keinen Kündigungsgrund. Anders sieht es dagegen bei der außerordentlichen Kündigung aus. Hier kann auch der Mieter nur bei einer schwerwiegenden Vertragsverletzung des Vermieters, die es ihm unzumutbar macht, bis zum Ablauf der gesetzlichen Kündigungsfrist zu warten, das Mietverhältnis fristlos kündigen. Beispiele sind etwa das Nichtüberlassen der Mietsache (zum Beispiel bei Doppelvermietung) oder Störungen des Hausfriedens durch den Vermieter.
Auch de Vermieter kann fristlos kündigen, wenn sich der Mieter zum Beispiel mit mehr als zwei Monatsmieten im Rückstand befindet oder sich sonstiger schwerer Vertragspflichtverletzungen schuldig macht. Im übrigen ist eine ordentliche Kündigung durch den Vermieter nur nach Maßgabe des § 573 BGB zulässig, also zum Beispiel bei Eigenbedarf oder einer nicht unerheblichen Vertragspflichtverletzung durch den Mieter. Wohnt der Vermieter selbst in einem Haus mit nicht mehr als zwei Wohnungen, dann kann er gemäß § 573 a BGB sogar ohne Grund ordentlich kündigen.

Wenn die ordentliche Kündigung für den Mieter eine unzumutbare Härte darstellt, kann er gemäß § 574 BGB widersprechen.

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